Bundeswehr-Gelöbnis auf dem Altenburger Marktplatz: Öffentlicher Raum wird zur Militärbühne
Der Kreisverband Die Linke Altenburger Land nimmt das für den 19. März 2026 geplante öffentliche Gelöbnis der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf dem Altenburger Marktplatz mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis.
Der Marktplatz, die „gute Stube“ Altenburgs, ist für viele Menschen das Herz unserer Stadt: ein Ort der Begegnung, des Austauschs, von Märkten, Festen und demokratischem Leben. Aus unserer Sicht sollte dieser zentrale Platz vor allem ein Raum des zivilen Zusammenlebens bleiben.
Als Linke stehen wir für eine konsequente Friedenspolitik. Unser Ziel ist eine Welt, in der Konflikte durch Diplomatie, internationale Zusammenarbeit sowie zivile Krisenprävention und Konfliktlösung bearbeitet werden. Deshalb sehen wir eine zunehmende Präsenz militärischer Symbolik im öffentlichen Raum grundsätzlich kritisch.
Gleichzeitig ist uns wichtig zu betonen: Unsere Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen einzelne Soldatinnen und Soldaten. Menschen, die sich für den Dienst bei der Bundeswehr entscheiden und sich zu unserem Grundgesetz sowie der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen, verdienen Respekt. Viele leisten unter schwierigen Bedingungen freiwillig ihren Dienst.
Die Frage, die wir stellen, ist eine andere:
Welche Rolle und politische Botschaft vermitteln bewusst in den öffentlichen Raum unserer Stadt verlagerte militärische Zeremonien?
Öffentliche Plätze sind Orte für Kultur, Begegnung und demokratischen Austausch – nicht der militärischen Selbstdarstellung. Statt militärischer Inszenierungen brauchen wir Investitionen in Bildung, soziale Sicherheit, zivile Konfliktlösung und internationale Zusammenarbeit. Deshalb halten wir es für legitim, darüber zu diskutieren, ob ein militärisches Gelöbnis am zentralsten Ort unserer Stadt der richtige Rahmen ist.
Wir halten eine offene und respektvolle öffentliche Debatte über diese Frage für wichtig. Demokratie lebt davon, dass unterschiedliche Perspektiven gehört werden. Als Linke werden wir uns weiterhin für eine Politik einsetzen, die auf Frieden, internationale Kooperation und zivile Konfliktbearbeitung setzt.

